„Äußerst irritiert“ zeigt sich SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildrim von den gestern öffentlich gewordenen Nazi-Symbolen auf einigen, von der bayerischen Polizei sichergestellten Gewehren von Tiroler Schützen.
„Es ist mehr als fragwürdig, dass damit offenbar ohne zu hinterfragen öffentliche Auftritte absolviert werden. Insbesondere, da es sich um Waffen handelt. Dass der Landesschützenkommandant – auch Protokollchef des Landes – erst nach dem Öffentlichwerden der Symbole deren Entfernung ankündigt, ist ebenfalls bezeichnend und zeugt von fehlendem Problembewusstsein. Vorher ist ihm das nicht komisch vorgekommen? Und: Wie viele solche Gewehre sind denn in Tirol in Umlauf?“, will Yildirim vom Oberschützen wissen.
„Die Schützen repräsentieren bei landesüblichen Empfängen offiziell das Land Tirol. Das geht mit Nazi-Symbolik ganz und gar nicht zusammen. Öffentlichkeit verpflichtet auch zu Vorbildwirkung. Das betrifft übrigens auch den offenen Transport der Waffen im Bus, durch den das erst aufgeflogen ist“, so Yildirim.
„Das Ausrücken mit derartigen Waffen (Punzierungen mit Hakenkreuz und Wehrmachtsadler) verstößt gegen geltendes Recht. Die Symbole müssen durchgehend entfernt werden. Außerdem braucht es eine rasche ‚Inventur‘ der Schützen-Bestände hinsichtlich NS-Symbolik und Co. Die Waffen sind offensichtlich seit den 1950er-Jahren im Einsatz. Es ist davon auszugehen, dass die Schützen sehr wohl darüber Bescheid wissen, müssen die Waffen doch auch gepflegt werden.“
Dass nun die Rede davon sei, dass keine ‚politische Intention‘ hinter den Symbolen stecke sei nicht zu akzeptieren, würde das doch einer künftigen Rechtfertigung von NS-Symbolen Tür und Tor öffnen. Auch die Größe der Symbole lässt Yildirim nicht als Entschuldigung gelten. „Was heißt hier ‚übliche Betrachtungsdistanz‘? Hakenkreuz bleibt Hakenkreuz!“