„Über eine Wehrpflicht für Frauen können wir dann reden, sobald in Österreich echte Gleichberechtigung umgesetzt ist. Wenn Frauen gleich viel verdienen wie Männer und bezahlte und unbezahlte Arbeit gerecht zwischen den Geschlechtern aufgeteilt ist. Zwar ist die juristische Gleichstellung verankert, mit der realen Lebenssituation von Frauen hat das aber nichts zu tun“, stellt NRin Selma Yildirim, Justizsprecherin und Landesfrauenvorsitzende in Tirol klar.
Hintergrund ist die Diskussion um eine Ausweitung der Wehrpflicht, in der eine Wehrpflicht für Frauen nun wieder diskutiert wurde.
„Ein Beispiel: In Tirol wenden Frauen mehr als doppelt viel Zeit für Sorgearbeit und Haushalt auf wie Männer. Was die Sorgearbeit angeht, übernehmen Frauen sogar 80% davon. Daran ändert sich leider sehr wenig, wie Zeitverwendungsstudien zeigen. Frauen arbeiten also mehr als Männer, aber sie arbeiten unbezahlt! Im Gegensatz dazu sind Frauen in Führungspositionen, in Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert. So lange das so ist, sind wir jedenfalls gegen eine Wehrpflicht für Frauen.“
Yildirim betont: „Uns ist wichtig, dass Frauen alle Möglichkeiten haben. Deshalb haben wir uns auch dafür eingesetzt, dass Frauen zum Bundesheer gehen können, dass sie bei den Wiener Philharmonikern oder der Spanischen Hofreitschule arbeiten können. Zu einem selbstbestimmten Leben gehört vor allem auch eine gerechte Bezahlung. Ich darf erinnern: Skispringer bekommen ein Preisgeld, Skispringerinnen Duschgel. Das ist inakzeptabel.“