„Schluss mit der Geheimniskrämerei. Reden wir endlich übers Einkommen! Seit Jahren fordern wir die Lohntransparenz, um Gerechtigkeit und Gleichberechtigung für Frauen im Berufsleben voranzubringen. Jetzt werden wir im Nationalrat vor dem Sommer endlich einen Beschluss dazu fassen. Die EU hat die Weichen für ein österreichisches Gesetz gestellt“, freut sich SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim und dankt der gf. ÖGB-Vorsitzenden Sonja Föger-Kalchschmied für die Unterstützung in dieser Frage.
„Andere Länder wie zum Beispiel Island machen es vor. Und: die Lohntransparenz wirkt. Das was die Wirtschaftskammer in Tirol betreibt ist daher bewusste Verunsicherung über die Mär eines nicht existierenden ‚Bürokratiemonsters‘. Die Ausreden der Wirtschaftskammer zur Lohntransparenz haben wir alle schon gehört. Das sind Scheinargumente, mit denen man sich vor Transparenz drücken will“, so Yildirim.
Sie erinnert: Früher ist die Wirtschaft mit dem Datenschutz hausieren gegangen – das Argument hat ein Gutachten entkräftet. In Zeiten der Digitalisierung wird es wohl mit ein paar Tastendrucken möglich sein, diese Daten zu liefern und für mehr Transparenz zu sorgen.
Yildirim betont: „Die EU-Richtlinie wird umgesetzt und davon werden insbesondere die Frauen profitieren. Schließlich ist die Einkommensschere immer noch weit offen. Ganz besonders in Tirol. Das werden wir Frauen so nicht mehr akzeptieren. Dieses Herumgedrücke der Wirtschaft ist bezeichnend und lässt vermuten, dass Lohntransparenz durchaus aufschlussreiche Daten bringen wird.“
Die aktuellste Lohnsteuerstatistik zeigt: In Tirol arbeiten Frauen bei ganzjähriger Vollzeitarbeit im Vergleich zu Männern aktuell 68 Tage ‚gratis‘. Das ist ein Einkommensnachteil von fast 19% oder Minus 11.300,- Euro.
„Finanzielle Unabhängigkeit ist die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und damit auch der beste Gewaltschutz für Frauen“, so Yildirim abschließend in Richtung WK-Präsidentin Thaler.