Kritik äußert SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim am Vorschlag der FPÖ, Frauen einen Bonus für Kinderbetreuung daheim auszubezahlen. Aktuell ist das in den Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene Thema.
„Echte Wahlfreiheit für Familien, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die beste Bildung für Kinder von Anfang an, das sind unsere Ziele. Steuergeld sollte für die Verbesserung von öffentlichen Angeboten eingesetzt werden. Davon profitieren alle. Die FPÖ widerspricht sich selbst, wenn für eine ‚Herdprämie‘ auf einmal Geld da ist, für einen Rechtsanspruch auf Kinderbildung und –betreuung nicht. Vorwärts in die Zukunft, statt zurück in die verstaubte FPÖ-Vergangenheitsromantik, sollte das Motto lauten“, ist Yildirim überzeugt.
„Frauen sollen nicht finanziell abhängig sein, sondern ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Aktuell ist die Einkommens- und Pensionsschere weit offen, Frauen besonders armutsgefährdet. Das würde durch diesen Bonus verfestigt bzw. verschlimmert. Das Daheimbleiben zu bezahlen heißt nichts anderes als Frauen zurück an den Herd. Es hält Frauen von der Erwerbsarbeit fern, fördert Abhängigkeit und nimmt ihnen Karrierechancen.“
Yildirim betont: „Es geht auch um die frühkindliche Bildung, die Integration und soziale Chancengleichheit erhöht. Kinder lernen schließlich auch voneinander. Wir setzen uns für eine Ausbildungsoffensive für Elementarpädagog:innen ein. Das würde nicht nur den Fachkräftemangel lindern, sondern auch die Attraktivität des Berufsfelds durch bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen erhöhen.“
Wenn die Anstellung zentral über das Land erfolgt und durch Bundesmittel unterstützt wird, könnten Gemeinden finanziell entlastet und regionale Ungleichheiten in der Betreuung und Bildung ausgeglichen werden. So profitieren Familien durch hochwertige Betreuung und bessere Bildungschancen, anstatt durch kurzfristige Prämien eine Rückkehr zu traditionellen Rollenbildern zu fördern.