„45 Beitragsjahre für die Pension zu fordern und gleichzeitig die unbezahlte Arbeit von (vor allem) Frauen abzuwerten, geht sich einfach nicht aus. Die ÖVP-Männer betreiben wieder einmal Politik auf Kosten der Frauen. Ihr System funktioniert nur, weil Frauen ihnen den sprichwörtlichen Rücken freihalten und das mit wesentlich höherer Armutsgefährdung, geringeren Karrierechancen und niedrigen Löhnen und Pensionen bezahlen“, betonen SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim und LA Daniela Meichtry, Frauensprecherin im Landtag.
„Die Aussage von Bundeskanzler Stocker, dass Kinderbetreuung nicht als Arbeit, sondern als ‚Ja sagen zur Familie‘ zu sehen ist, ist eine Frechheit und eine Geringschätzung. Es ist eine der wichtigsten Arbeiten überhaupt. Unbezahlte Arbeit abzuwerten und als Dienst an der Familie anzusehen, hat schon lange System. Und dieses System lädt die Mehrfachbelastung, die Arbeit und den Druck insbesondere bei den Frauen ab und redet ihnen zusätzlich Schuldgefühle ein. Damit muss endlich Schluss sein.“
Am 9. August ist der österreichische ‚Equal Pension Day‘. Frauen bekommen bei uns gut 39% weniger Pension als Männer. In Tirol sind es sogar 43% (25. Juli). „Vor diesem Hintergrund fordert Landeshauptmann Mattle, dass man erst aber 45 Beitragsjahren eine Pension bekommen sollte. Das ist ein wenig durchdachter Vorschlag, der wieder einmal ganz besonders Nachteile für Frauen bedeutet.“
„In Sachen Gleichberechtigung und Respekt vor der Leistung von Frauen hat die ÖVP noch großen Aufholbedarf. Die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist mehr als legitim. Unsere Aufgabe in der Politik ist es, diese zu ermöglichen. Ohne Wenn und Aber und ohne die unbezahlte Arbeit den Frauen aufzulasten und sich an ihnen abzuputzen. Deshalb fordern wir auch halbe-halbe bei der bezahlten und unbezahlten Arbeit“, betonen Yildirim und Meichtry.