Zwei Frauen wurden in den vergangenen Tagen mutmaßlich von ihnen nahe stehenden Männern getötet.
„Die beiden Femizide machen betroffen. Sie zeigen einmal mehr deutlich: Österreich hat ein Problem mit Männergewalt. Besonders, wie mit den Frauen umgegangen wurde, erschüttert. Es zeugt von einem patriarchalen System, das männliches Machtverhalten und Dominanz über Frauen offen zur Schau trägt. Das gilt es zu ändern“, sagt SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.
„Schutz, Prävention, Bildung, Burschen- und Männerarbeit, die Arbeit mit Tätern und immer wieder die Klarstellung, dass Gewalt völlig inakzeptabel ist, sind ganz zentrale Bereiche, die auch im Nationalen Aktionsplan Gewaltschutz festgeschrieben sind. Was wir auch brauchen, sind Frauen, die finanziell auch eigenen Beinen stehen und im Berufsleben gelichberechtigt sind. Das ermöglicht Selbstbestimmung und bildet die Grundlage, sich aus Gewaltbeziehungen lösen zu können.“
Yildirim erinnert: Vor 50 Jahren ist die Reform des Familienrechtes in Kraft getreten: Bis dahin galt der Ehemann das unangefochtene Oberhaupt der Familie, konnte über die Frau bestimmen, den Wohnort festlegen und darüber entscheiden, ob die Frau arbeiten gehen darf. Erst 1989 wurde Vergewaltigung in der Ehe strafbar.
„Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, dafür haben viele Frauen vor uns gekämpft. In der Gesellschaft wirkt das aber immer noch nach. An respektvollem Umgang, Frauen- und Männlichkeitsbildern sowie dem Aufweichen traditioneller Rollenbilder müssen wir weiter intensiv arbeiten. Das gilt ganz besonders auch für Tirol, wo es für Frauen nicht immer gerade einfach ist. Jede Frau hat das Recht auf ein Leben frei von Gewalt. Das ist die Verantwortung der gesamten Gesellschaft.“