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Yildirim: „Geisteshaltung, die für Wehrpflicht für Frauen spricht, spricht sie ihr bei Schützinnen ab“
„Die Diskussionen der vergangenen Tage sind bezeichnend: in Österreich wird wieder über eine Wehrpflicht für Frauen diskutiert. Bei den Schützen in Tirol stellt man sich aus ‚Tradition‘ gegen Schützinnen mit Gewehr. Frauen wird von Männern eine Rolle zugeordnet, die aus der Zeit gefallen ist. Das ist inakzeptabel und demokratiepolitisch fragwürdig“, sagt SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.
„Frauen leisten in Tirol rund 80% der unbezahlten Sorgearbeit! Ihnen im Sinne einer angeblichen Gleichstellung noch die Wehrpflicht aufzuhalsen, ist wohl ein schlechter Witz! Erst Gleichstellung, dann Forderungen“, betonen die SPÖ-Frauen.
Wir sagen: Echte Wahlfreiheit für Frauen. Frauen, die zu den Schützen oder zum Bundesheer wollen? Bitte sehr! Eine Verpflichtung zum Wehrdienst? Sicher nicht, so lange es Gleichberechtigung nur auf dem Papier gibt.
Tirolerinnen arbeiten im Vergleich zu Männern 68 Tage gratis. Das ist ein Einkommensnachteil von durchschnittlich 11.300,- Euro im Jahr oder minus 19%.
Tirolerinnen bekommen 43,6% weniger Pension – das bedeutet umgerechnet für Frauen an 159 Tagen keine Pension.
Frauen leisten in Tirol rund 80% der unbezahlten Care-Arbeit. Das ist ein Dienst an der Gesellschaft, der immer als selbstverständlich angesehen wird. Wir fordern von den Männern, dass sie sich stärker einbringen. Halbe-halbe ist die Devise“, verdeutlicht Yildirim.
„Auf welche ‚Tradition‘ sich die Schützen in Tirol mit ihrem Ausschluss von Frauen beziehen, bleibt ohnehin offen. Ist doch längst bekannt, dass auch Frauen als Schützinnen gekämpft haben. Und: Auch Traditionen verbessern sich glücklicherweise im Laufe der Zeit. Das Interesse von Frauen mit Gewehr bei den Schützen mitzumarschieren, dürfte überschaubar sein. Sind die meisten Frauen doch mit vielen anderen Dingen eingedeckt. Trotzdem: wer will, muss dürfen!“