Im kommenden März-Gemeinderat setzt die Stadt Innsbruck einen wichtigen Schritt zur Mobilisierung von Bauland: Das weitere Vorgehen zur Verordnung der Vorbehaltsflächen wird beschlossen. Von 22 geprüften Grundflächen werden nun 7 als Vorbehaltsflächen mobilisiert, mit den Eigentümer:innen von 4 weiteren konnte sich die Stadt in Gesprächen auf eine gemeinsame Bebauung einigen. Diese gemeinsame Entwicklung wird durch sogenannte Raumordnungsverträge abgesichert. „Wir sprechen hier von insgesamt 34 Grundstücken, auf denen mittelfristig Wohnungen entstehen werden. Gleichzeitig nehmen wir in Tirol eine Vorreiterrolle im Kampf gegen Spekulation ein und werden vermutlich noch die ein oder andere Gerichtsentscheidung erkämpfen, die auch dazu führt, dass weitere Gemeinden in Tirol mit hohen Wohnpreisen diesem Beispiel folgen und mutige Wohnbaupolitik umsetzen können“, streicht Klubobmann Benjamin Plach, Vorsitzender der SPÖ Innsbruck, hervor.
Im Zuge des Prozesses zeigte sich allerdings auch, dass einzelne Eigentümer rechtliche Schlupflöcher nutzten, etwa durch kurzfristige Transfers innerhalb der Familie. „Diese Beispiele zeigen, dass es auch auf gesetzlicher Ebene Verbesserungen braucht, um solche Umgehungsstrategien künftig zu verhindern“, fügt Plach hinzu.
Auch Vizebürgermeisterin Elli Mayr hebt die Wichtigkeit des Beschlusses hervor: „Leistbares Wohnen ist eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit, denn von zu hohen Wohnkosten sind mittlerweile alle betroffen, die nicht erben, sogar dann, wenn sie ein recht gutes Einkommen haben. Mit den Vorbehaltsflächen setzen wir daher auf einen neuen Weg, um brachliegendes Bauland endlich für die Innsbrucker Bevölkerung nutzbar zu machen.“ Die sozialdemokratische Kernbotschaft laute nicht nur vor der Wahl, sondern auch jetzt: Wohnen leistbar machen – mit allen Mitteln! Die Vorbehaltsflächen seien eines von diesen Mitteln, und dieses setze man nun mit den Koalitionspartner:innen um: „Strengste Widmungspolitik einerseits, neue Stadtwohnungen andererseits: Wir bauen aktuell an Projekten im dreistelligen Millionenbereich. Ob Projekte speziell für junge Menschen wie beim ‚Jungen Wohnen‘, neue klassische Stadtwohnungen für Familien und Alleinstehende bis hin zu barrierefreien, betreubaren Senior:innen-Wohnungen. Wir nutzen konsequent und verlässlich jedes Werkzeug für leistbares Wohnen“, betont Mayr.
Anders als andere Fraktionen, die häufig populistische Luftschlösser versprechen oder nur vom leistbaren Wohnen reden, dann aber in den Gremien gegen sämtliche konkreten leistbaren Wohnprojekte stimmen, gehe es der Innsbrucker SPÖ um den entschlossenen und dennoch sachlich-realistischen Kampf für leistbaren Wohnraum: „Vorbehaltsflächen sind zwar kein Allheilmittel, aber ohne Zweifel ein sehr wichtiger Baustein, um Bauland zu mobilisieren. Unser Ziel ist klar: Wir wollen brachliegende Grundstücke aktivieren und leistbaren Wohnraum für die Innsbrucker Bevölkerung schaffen. Das ist auch ein unmissverständliches Signal: In dieser Stadt hat Spekulation keinen Platz! Den Weg von der Betongold-Hauptstadt zur lebenswerten und leistbaren Landeshauptstadt schafft man nicht in zwei Jahren. Aber wir bleiben konsequent dran und sind entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen“, betont Plach. Dennoch sei es wichtig, reinen Wein einzuschenken, ergänzt Mayr: „Bis diese leistbaren Wohnungen errichtet sind und bezogen werden können, also die Effekte dieser Politik auch tatsächlich spürbar sind, wird es noch Geduld brauchen. Umso wichtiger, dass wir diesen wichtigen ersten Schritt auf diesem Weg jetzt setzen, mit einem zweifellos historischen Beschluss des Innsbrucker Gemeinderats im März 2026.“