In der Nacht vom 21. April auf den 22. April wurde die HOSI Tirol erneut Ziel eines Angriffs. Dabei wurde die Regenbogenfahne, die vor dem Gebäude hängt, heruntergerissen, zerrissen und es wurde vermutlich auch versucht, sie in Brand zu setzen. „Solche Taten sind kein harmloser Scherz oder ein Fall von Vandalismus wie jeder andere. Hier wurde gezielt ein Symbol angegriffen, das für Vielfalt und Toleranz steht. Gerade im Kontext von steigenden Hate-Crime-Fällen und selbsternannten ‚Pedo Huntern‘, deren eigentliches Ziel ganz klar homosexuelle Männer sind, darf dieser böswillige Akt nicht unbeantwortet bleiben. Wir müssen immer wieder als Gesellschaft klarmachen, dass solche Taten niemals zu rechtfertigen und erst recht nicht mehrheitsfähig sind. Diese kleine Gruppe mit hasserfülltem und feigem Verhalten müssen wir gemeinschaftlich in die Schranken weisen!“, erklärt Vizebürgermeisterin Elli Mayr, ressortzuständig für Frauen, Gleichbehandlung und Queer.
Die Fälle solcher Angriffe stiegen in den letzten Jahren Österreich an und auch in Innsbruck ist es nicht das erste Mal, dass LGBTQ-Symbole beschädigt werden: „Aus dem jährlichen Lagebericht der SOHO Österreich zur Lage der queeren Community wissen wir, dass solche Täter in den allermeisten Fällen junge Männer sind. Dazu kommt, dass junge Männer auf sozialen Medien in der sogenannten Manosphere sehr leicht mit queerfeindlichen und misogynen Inhalten in Kontakt kommen. Die Andrew Tates und Jordan Petersons dieser Welt nutzen gezielt die Unsicherheit und Identitätskonflikte junger Männer aus – aus vermeintlicher Sorge um sie. Dahinter steckt aber vielmehr ein egoistisches, vor allem finanzielles Interesse und ein radikaler Kulturkampf, der versucht, Errungenschaften der letzten 60 Jahre rückgängig zu machen. Deshalb muss die Botschaft ganz klar sein: Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz, Innsbruck ist und bleibt vielfältig und bunt! Auch deshalb ist der Vorstoß, ein Alterslimit für Social Media einzuführen ein wichtiger Hebel, um unsere Kinder und Jugendlichen in einem hochsensiblen Alter vor solchen negativen Einflüssen zu schützen“, schließt Mayr.