Ab dem kommenden Schuljahr erhalten österreichweit 400 Schulen mit besonders herausfordernden Rahmenbedingungen zusätzliche Unterstützung durch den neuen Chancenbonus. Damit werden gezielt zusätzliche Stellen finanziert. Auch Schulen in Innsbruck profitieren von dieser Maßnahme.
Insgesamt werden durch den Chancenbonus rund 800 zusätzliche Planstellen geschaffen. Die Schulen können je nach Bedarf selbst entscheiden, welche Unterstützung sie vor Ort am dringendsten brauchen: „In Innsbruck profitieren insgesamt 4 Mittelschulen und 6 Volksschulen ab dem Schuljahr 2026/27 von zusätzlichen Mitteln in Form von zusätzlichem Personal. Ob zusätzliche Lehrkräfte, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie oder Sprachförderung – der Chancenbonus kommt dort an, wo er gebraucht wird!“, freut sich Vizebürgermeisterin Elli Mayr, zuständig für Bildung.
Die Auswahl der 400 Standorte erfolgte auf Basis objektiver sozio-ökonomischer Kriterien. Volksschulen und Mittelschulen mit besonders vielen Kindern, deren Familien weniger günstige Bildungs- und Startbedingungen haben, erhalten dadurch gezielt mehr Personal und Unterstützung. Insgesamt investiert die Bundesregierung österreichweit jährlich rund 65 Millionen Euro in den Chancenbonus: „Wir wissen, dass Bildung in Österreich noch immer zu einem großen Teil vererbt wird. Deswegen ist der Chancenbonus ein großer Wurf. Als SPÖ forcieren wir dieses Modell eines ‚Chancenindex‘ schon lange, wie auch die AK. Deswegen habe ich in den Regierungsverhandlungen als Chefverhandlerin der SPÖ im Bereich Bildung darauf gepocht, dass dieses Modell Teil des Koalitionsabkommens wird – dazu war viel Überzeugungsarbeit nötig, aber es hat sich ausgezahlt! Ob es nun ‚Chancenindex‘ oder ‚Chancenbonus‘ heißt, ist nebensächlich. Wichtig ist, dass die Mittel bei unseren Kindern ankommen und wir damit einen weiteren Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit machen!“, so Mayr weiter.
Mayr macht allerdings auch klar, dass man bildungspolitisch noch lange nicht dort sei, wo man hinmüsse: „Es ist toll, was der Bundesregierung hier gelungen ist. Wir dürfen uns aber auf diesem Erfolg nicht ausruhen, denn im Bildungsbereich gibt es noch viel Arbeit. Wenn wir von Bildungsgerechtigkeit und der optimalen Förderung unserer Kinder sprechen, kommen wir an der Gemeinsamen Schule in ganztägig-verschränkter Form nicht vorbei. In Österreich leisten wir uns noch immer verhältnismäßig teure Parallelstrukturen, die als Ergebnis jedoch nicht die beste Bildung für alle Kinder bringen: Gymnasien, Mittelschulen, Sonderschulen. Aus der Bildungsforschung und der Praxis wissen wir, dass die frühe Trennung von Kindern Ungleichheiten verstärkt und nicht dazu führt, alle Kinder in ihren Stärken bestmöglich zu fördern und bei den Schwächen bestmöglich zu unterstützen.“
In Innsbruck setze man daher gezielt auf ein Modell, das den qualitätsvollen Ausbau der ganztägig-verschränkten Schulen fördere, auch durch zusätzliche Personalstunden, damit jedes Kind zur bestmöglichen Förderung komme.
„Im Koalitionsprogramm der Tiroler Landesregierung ist die bessere Förderung der verschränkten Ganztagsschule vorgesehen, im Koalitionsprogramm der Bundesregierung die Erleichterung für Modellregionen der Gemeinsamen Schule. Als SPÖ müssen wir auf allen Ebenen die Umsetzung dieser erfolgreich verhandelten bildungspolitischen Meilensteine einfordern. Denn nur von der konkreten Umsetzung profitieren unsere Kinder und ihre Bildung!“, schließt Mayr mit einem Appell an Bildungsminister Wiederkehr und Bildungslandesrätin Hagele.