Laut aktuellem Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer sind die Preissteigerungen im Eigentumssegment im letzten Jahr moderat, während im Mietbereich gerade in Innsbruck und Umgebung immer noch eine schwierige Situation vorherrschte. Auch die Bodenpreise seien nach wie vor sehr hoch. Für Benjamin Plach, Klubobmann und Vorsitzender der SPÖ Innsbruck, ist das ein klares Zeichen dafür, die Anstrengungen im Bereich des leistbaren Wohnens fortzuführen und noch zu verstärken: „Gerade die hohen Preise für Bauland sind in Innsbruck ein großes Problem für alle Formen des Wohnens. Völlig egal, ob es sich um Eigentumswohnungen, den freien Mietmarkt oder städtische Wohnungen handelt, die hohen Grundpreise sind eine enorme Herausforderung und ein großer Preistreiber. Nach einer Modellrechnung von Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Christoph Achammer machen Grundkosten heute teilweise bis zu 60 % der Gesamtkosten für den Wohnbau aus – das ist absurd!“ Plach verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorbehaltsflächen für den geförderten Wohnbau, die im Gemeinderat am Donnerstag beschlossen werden: „Mit diesem Werkzeug schaffen wir es, direkt bei der Wurzel anzusetzen und die Spekulation mit Grund und Boden zu stoppen. Ein Grundstück mit einer gewidmeten Vorbehaltsfläche muss nämlich entweder der öffentlichen Hand zu Wohnbauförderungskonditionen statt Fantasiepreisen angeboten werden oder es wird nach zehn Jahren in Freiland rückgewidmet.“
Gleichzeitig weist Plach darauf hin, dass das Wohnraumproblem in Innsbruck nicht mit einer einzigen Maßnahme gelöst werden kann: „Natürlich sind Vorbehaltsflächen kein Allheilmittel. Deswegen setzen wir auf einen breiten Maßnahmenmix: die strengste Raumordnungs- und Widmungspolitik Tirols, die 75/25 Regel bei Umwidmungen und Bebauungsplanänderungen, die Anwendung von Raumordnungsverträgen bei Bauvorhaben und laufende Sanierungen und Neubauten im Bereich unserer Stadtwohnungen sowie zielgruppenspezifischer Angebote wie das Junge Wohnen oder unsere Senior:innenwohnanlagen. All das ist Teil einer Strategie, mit der wir die Trendumkehr am Innsbrucker Wohnungsmarkt schaffen wollen. Was jedenfalls kein Beitrag dazu ist, sind weitere Betongold-Bauten von Anlegern, wie es sich scheinbar die WK Tirol vorstellt.“
Laut dem roten Klubobmann könne man als Stadt die Wohnkrise allerdings nicht allein lösen: „Natürlich gibt es auch Bereiche, in denen wir als Stadt nicht allein handeln können. Gerade die Leerstandsabgabe ist in ihrer neuen Form bereits eine Verbesserung. Hier können wir uns noch höhere Sätze vorstellen, um größere Lenkungseffekte zu erzielen. Auch die Baulandmobilisierungsabgabe, die aktuell im Land verhandelt wird, ist ein Schlüssel. Ein weiterer wichtiger Hebel wäre auch noch immer die Verordnung des Wohnungsnotstands nach dem Bodenbeschaffungsgesetz. Hier wurden wir vonseiten des Landes mit dem fadenscheinigen Argument abgespeist, dass in Innsbruck noch kein Wohnungsnotstand herrscht und erst ‚gelindere Mittel‘ angewendet werden müssten. Das tun wir aktuell mit den Vorbehaltsflächen“, erklärt Plach und schließt: „Mittelfristig werden wir in Sachen Bodenbeschaffungsgesetz einen weiteren Anlauf unternehmen. Dann gibt es für Raumordnungslandesrat Geisler kein Argument mehr, die Verordnung durch die Landesregierung zu verweigern!“