„Die Ausreden der Wirtschaftskammer zur Lohntransparenz haben wir alle schon gehört. Früher war es der Datenschutz – das Argument hat ein Gutachten entkräftet. Jetzt ist es die angebliche Bürokratie, die zum Problem stilisiert wird. Das sind Scheinargumente, mit denen man sich vor Transparenz drücken will. In anderen Ländern ist das längst umgesetzt. Und: in Zeiten der Digitalisierung wird es wohl mit ein paar Tastendrucken möglich sein, diese Daten zu liefern“, kann SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim zu den Aussagen der Wirtschaftskammerpräsidentin Thaler in der heutigen Kronen Zeitung nur den Kopf schütteln.
Yildirim betont: „Die EU-Richtlinie wird umgesetzt und davon werden insbesondere die Frauen profitieren. Schließlich ist die Einkommensschere immer noch weit offen. Ganz besonders in Tirol. Das werden wir Frauen so nicht mehr akzeptieren. Dieses Herumgedrücke der Wirtschaft ist schon bezeichnend und lässt vermuten, dass Lohntransparenz durchaus aufschlussreiche Daten bringen wird.“
Die aktuellste Lohnsteuerstatistik zeigt: In Tirol arbeiten Frauen bei ganzjähriger Vollzeitarbeit im Vergleich zu Männern aktuell 68 Tage ‚gratis‘. Das ist ein Einkommensnachteil von fast 19% oder Minus 11.300,- Euro.
„Das Argument der kollektivvertraglichen Entlohnung greift zu kurz. Es geht darum, wem wie viele Vordienstzeiten angerechnet werden, wie jemand eingestuft wird, welche Zulagen es gibt und ob bezahlte Überstunden geleistet werden“, schildert Yildirim. Zudem bestehe auch die Möglichkeit, über Kollektivvertrag zu bezahlen. Das ist ein Mindestlohn, der nicht unterschritten werden darf.
„Finanzielle Unabhängigkeit ist die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und damit auch der beste Gewaltschutz für Frauen“, so Yildirim abschließend in Richtung Thaler