„Noch immer wird speziell in Tirol davon ausgegangen, dass automatisch die Frauen in Karenz gehen. Österreich ist sogar EU-weit Schlusslicht bei der Väterbeteiligung. Wir sind überzeugt davon, dass sowohl Frauen, als auch Männer von einer besseren Aufteilung der Kinderbetreuungszeiten profitieren. Halbe-halbe ist die Devise“, so SPÖ-Landesfrauenvorsitzende NRin Selma Yildirim.
In Österreich gehen nur 16% der Väter in Karenz. Und wenn, dann nur sehr kurz. Nur 1% der Väter bleibt länger als ein halbes Jahr bei den Kindern.
80% der unbezahlten Sorgearbeit übernehmen in Tirol die Frauen. Im Gegensatz dazu sind Frauen in Führungspositionen, in Politik und Wirtschaft unterrepräsentiert. An den Zahlen ändert sich leider wenig.
„Wir nehmen die Männer in die Pflicht und fordern, dass sie sich stärker bei der unbezahlten Arbeit einbringen. Hier gilt es auch finanzielle Anreize zu schaffen“, schlägt Yildirim vor.
„Eine gerechtere Aufteilung der Kindererziehung verringert die Einkommensschere. Beseitigen wir den Automatismus, dass Frauen in Karenz gehen, bedeutet das bessere Berufschancen für Frauen. Es gibt auch viele Männer, die uns kontaktieren, weil sie gerne in Karenz gehen würden, aber die Konsequenzen in der Arbeit fürchten. Abgesehen davon, erwirbt man wichtige Kompetenzen, wenn man Betreuungsaufgeben übernimmt. Davon profitiert die Gesellschaft und letztlich alle“, so Yildirim abschließend.