Körper.Macht.Medizin“, unter diesem Titel stand das 12. Barbara Prammer-Symposium heute im Parlament.
„Gesundheit braucht einen klaren Fokus auf Frauen“, betont dazu SPÖ-Justizsprecherin und Tiroler Landesfrauenvorsitzende Selma Yildirim. „Sowohl die Diagnostik, als auch die Behandlung und die Medikamente sind immer noch an Männerkörpern ausgerichtet. Das führt dazu, dass manche Erkrankungen bei Frauen schlechter erkannt werden, Frauen erst später oder nicht entsprechend behandelt werden und Frauen häufig in ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden. Das wollen wir ändern.“
Yildirim leitete einen der vier Workshops des Symposiums zum Thema „Selbstbestimmungsrecht der Frauen am Prüfstand.“
„Ein eigenes Einkommen zu haben, von dem Frau leben kann, ist ebenso ein zentraler Bereich der Selbstbestimmung wie das Recht auf ein Leben frei von Gewalt, der Zugang zu medizinischer Versorgung, die auf geschlechtsspezifische Aspekte Rücksicht nimmt und das Recht selbst über den eigenen Körper zu entscheiden“, verdeutlicht Yildirim.
Sie stellt klar: „Wir waren schon einmal weiter, als wir heute sind. Zumindest wenn wir das Selbstbestimmungsrecht von Frauen weltweit anschauen.“
Gendermedizin, die Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung, der Ausbau von Gewaltambulanzen, mehr Gynäkologinnen sowie Frauengesundheitszentren, der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen als Gesundheitsleistung und echte Selbstbestimmung durch ökonomische Unabhängigkeit sind Bereiche, für die sich die SPÖ daher einsetzt.
Die Keynotes kamen von den Medizinerinnen Bettina Pfleiderer (Universität Münster und ehemalige Präsidentin des Weltärztinnenbundes) sowie Mirijam Hall (Gynäkologin, Vorsitzende der Aids Hilfe Wien, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung) zu „Unser Körper ihr System. Medizin als patriarchales Machtinstrument“.