„Das Verschicken von unerwünschten Dickpics ist eine Grenzüberschreitung, sexuelle Belästigung und eine Form von Machtmissbrauch. Mit diesem Gesetz wird es endlich strafbar!“, begrüßt SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim die Änderung des Strafrechts, die heute in der Nationalratssitzung beschlossen werden soll. Seit über drei Jahren setzt sich die SPÖ-Justizsprecherin für die Strafbarkeit ein. Unter der Vorgängerregierung wurde der Antrag im Nationalrat stets vertragt, es blieb bei Ankündigungen, erinnert sie.
„Danke an die Regierung, dass das Gesetz jetzt so schnell umgesetzt wird. Damit haben Betroffene auch in Österreich die Möglichkeit, sich effektiv gegen diese Form der sexuellen Belästigung in der digitalen Welt zur Wehr zu setzen“, betont Yildirim. „Mit der Strafbarkeit hört sich die Verharmlosung und Einordnung als Kavaliersdelikt hoffentlich auf.“ Strafbar wird nun die unerwünschte, absichtliche Zusendung von Aufnahmen menschlicher Genitalien über Handy oder Computer.
„Ein Großteil der Fälle gelangt nie an die Öffentlichkeit. Dennoch sind die Zahlen der Meldungen in den vergangenen Jahren enorm angestiegen. Häufig sind insbesondere Mädchen betroffen“, so Yildirim.
„Es sind großteils Männer, die glauben, diese Art von Fotos ungefragt verbreiten zu müssen. Oft folgt den Bildern die Aufforderung zum Geschlechtsverkehr. Das ist kein Spaß, weder im beruflichen noch im privaten Umfeld. Das ist eine Form der sexuellen Gewalt – und davon gibt es in Österreich nach wie vor viel zu viel. Mit diesem Gesetz stellen wir unmissverständlich klar: derartiges Verhalten wird nicht akzeptiert und künftig strafrechtlich verfolgt“, betont die SPÖ-Abgeordnete.