„Wenn ein Unternehmen über Jahre hinweg von öffentlichen Förderungen und Investitionen in den Standort profitiert und gleichzeitig hochqualifizierte Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, dann ist das nicht akzeptabel“, stellt Wohlgemuth klar. Der Standort Kundl sei in den vergangenen Jahren mit erheblichen öffentlichen Mitteln gestärkt worden. „Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler haben ihren Beitrag geleistet, um den Pharmastandort Tirol zu sichern. Dass nun Entwicklungsabteilungen nach Slowenien und Indien verlagert werden sollen, wirft berechtigte Fragen auf.“
Besonders kritisch sei, dass es ausgerechnet um Forschung und Entwicklung gehe – also jene Bereiche, die für die langfristige Zukunft eines Industriestandorts entscheidend sind. „Wenn Entwicklung ausgelagert wird, schwächt das langfristig den gesamten Standort. Wer heute Forschung verlagert, riskiert morgen auch die Produktion.“ Wohlgemuth fordert daher klare Antworten des Unternehmens sowie volle Transparenz gegenüber den Beschäftigten und dem Betriebsrat: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kundl verdienen Respekt, Ehrlichkeit und echte Perspektiven – keine Entscheidungen über ihre Zukunft am Reißbrett eines internationalen Konzerns.“
Der SPÖ-Tirol-Chef verweist zudem auf die Verantwortung großer Unternehmen gegenüber Regionen, die ihnen über Jahrzehnte stabile Rahmenbedingungen geboten haben: „Unternehmen profitieren in Tirol von gut ausgebildeten Fachkräften, verlässlicher Infrastruktur und öffentlicher Unterstützung. Daraus erwächst auch Verantwortung gegenüber dem Standort und den Menschen, die dort arbeiten.“ Für Wohlgemuth steht fest: „Jetzt braucht es rasch Gespräche zwischen der Konzernleitung, dem Betriebsrat und der Politik. Ziel muss sein, Arbeitsplätze zu sichern und zu verhindern, dass zentrale Teile des Pharmastandorts Tirol schrittweise ins Ausland verlagert werden.“